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Die Ergebnisse der größten Studie zu den Auswirkungen von Long Covid, die am 8. Januar in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, sind beunruhigend. Eine Gruppe chinesischer Forscher untersuchte die Gesundheit von fast 2.500 Menschen, die im Frühjahr nach der Ansteckung mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

  • Sechs Monate später haben drei Viertel (76 %) immer noch mindestens ein Symptom und fast zwei Drittel (63 %) leiden unter Muskelerschöpfung und -schwäche.
  • Schlafstörungen, Angstattacken, Depressionen und eingeschränkte Lungenfunktion sind ebenfalls häufig. 13 % leiden an Niereninsuffizienz.
  • Der Begriff „Long Covid“ wurde nicht von Ärzten geprägt, sondern von Patienten, die begonnen haben, die Langzeitfolgen ihrer Coronavirus-Infektion zu beschreiben.

Behörden und medizinisches Personal haben immer noch Mühe, sich des Auftretens dieser neuen Krankheit bewusst zu werden, da sie sich mitten in einer Gesundheitskrise befinden und die Ausbreitung des Virus nicht eindämmen können.

Die Briten in Führung

Die Briten in FührungEinige Länder sind jedoch Ausnahmen von der Regel. Ein Beispiel ist das Vereinigte Königreich, wo die nationalen Gesundheitsbehörden die Krankheit beschrieben und Behandlungsrichtlinien entwickelt haben. Die erste spezialisierte Patientenklinik von Long Covid wurde im Mai in England eröffnet.

In den Vereinigten Staaten schätzt der berühmte Immunologe Anthony Fauci, dass 25 % bis 35 % der Covid-19-Patienten die Symptome langfristig behalten werden. In der Schweiz ist Long Covid noch ein unbeschriebenes Blatt.

  • Es fehlt an offiziellen Informationen der Behörden und an konkreten Beratungs-, Behandlungs- und Rehabilitationsangeboten für Betroffene.
  • Die Langzeitfolgen von Long Covid sind jedoch Gegenstand von drei Forschungsprojekten, die im August im Rahmen des nationalen Programms „Covid-19“ gestartet wurden.

Sie konzentrieren sich auf von künstlicher Intelligenz entwickelte Vorhersagen und neuropsychologische Spätfolgen. Auch in Schweizer Spitälern, insbesondere in Bern und Zürich, laufen mehrere Studien.

Erste Effekte

Einige Wochen nach der Ansteckung fährt Chantal Britt mit dem Fahrrad ins Büro, um ihre Sachen abzuholen, damit sie während des Semi-Lockdowns von zu Hause aus arbeiten kann. Ein Schwächeanfall überkommt sie: „An einer leichten Steigung musste ich nach wenigen Metern anhalten, absteigen und auf dem Bürgersteig auskurieren. Ich war völlig erschöpft, mein Herz hämmerte und ich konnte kaum atmen“, erinnert sie sich.
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Erste EffekteDieser Inhalt wurde am 06. Nov. 2020 publiziert 06. Nov. 2020 Laut einer Umfrage ist die Bevölkerung in der Schweiz pessimistischer als im Frühling.

Chantal Britt hat keinen positiven Coronavirus-Test, weil Menschen ohne Symptome im März nicht getestet werden konnten. Ihr Hausarzt nimmt ihre Aussage jedoch ernst und schickt sie zu einem Lungenarzt.

Der Spezialist entdeckt, dass ihre Lungenkapazität die einer „älteren, übergewichtigen Frau” ist, die noch nie zuvor Sport gemacht hat, sagt Britt. „Meine Marathonlunge reagiert immer noch so, als hätte ich am Vorabend zwei Päckchen Zigaretten geraucht.”