Gewalt - Ärztliche Interventionen
Schätzungen zufolge ist jede fünfte in Deutschland lebende Frau im Erwachsenenalter durch körperliche bzw. sexuelle Gewalt verletzt worden.
Inhalt
- Problemstellung
- Materialien von ärztlichen Körperschaften und Gesundheitsinstitutionen
- Ärztliche Fortbildung zum Thema Umgang mit Gewalt und ihren Folgen
- Institutionen
Problemstellung
Etwa 40 bis 50 Prozent der Frauen sprechen nicht über ihre Gewalterfahrungen. Andere offenbaren sich nur im engsten Freundeskreis, bei Familienangehörigen oder auch dem behandelnden Arzt.
Die Betroffenen haben einen deutlich schlechteren Gesundheitszustand, sie leiden vermehrt unter langjährigen, chronisch-wiederkehrenden Kopf- und Bauchschmerzen, Nervosität, Depressionen, Essstörungen, Schwindel, Atemproblemen und Unterleibsschmerzen.
Darüber hinaus ist Gewalt gegen Kinder im sozialen Nahbereich eine der am meisten unterschätzten Kriminalitätsformen unserer Zeit. So wurden z. B. allein im Jahr 2004 in Baden-Württemberg 1649 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern erfasst, bei der Misshandlung von Kindern sind 258 Fälle bekannt geworden (Quelle: Landesärztekammer Baden-Württemberg).
Viele Opfer von Gewalt bzw. deren Angehörige wenden sich an Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete, ohne ihnen die Ursache ihres Leidens zu nennen. Dies bedeutet, dass Ärztinnen und Ärzten eine Schlüsselfunktion im Erkennen der Gewalt als Ursache zukommt.
Vor diesem Hintergrund haben zahlreiche Organisationen Informationsmaterialien und Praxishilfen zum Umgang mit dem Problem Gewalt publiziert. Eine Auswahl wird nachstehend zugänglich gemacht.
Im politischen Bereich existiert auf Bundesebene im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ein Arbeitsschwerpunkt "Medizinische Interventionen gegen Gewalt". In diesem Rahmen werden Dokumentationen erstellt und Studien zur Versorgungsforschung durchgeführt. Die Studien sind auf den Seiten des BMFSFJ einsehbar.
Materialien zum Thema "Ärztliche Interventionen gegen Gewalt"
Bund
Bundesärztekammer
Robert Koch-Institut/Statistisches Bundesamt
- Gesundheitliche Folgen von Gewalt unter besonderer Berücksichtigung von häuslicher Gewalt gegen Frauen. Heft 42. |
1,2 MB
Länder
Baden-Württemberg/Landesärztekammer
Hamburg/Ärztekammer
- Leitfaden Häusliche Gewalt |
300 KB
Niedersachsen/Ärztekammer
Nordrhein-Westfalen/Ärztekammer Nordrhein
Nordrhein-Westfalen/Ärztekammer Westfalen Lippe
Sachsen/Landesärztekammer
Thüringen/Landesärztekammer
Ärztliche Fortbildung zum Thema Umgang mit Gewalt und ihren Folgen
- Gewalt an Frauen in der Schwangerschaft - Handbuch für die Geburts- und Kindermedizin (FrauenLeben, Köln) |
1,0 MB
